Jetzt begann eine kleine Verfolgung mit dem Auto. Die Frau war so mit sich beschäftigt, dass sie den Kleinbus hinter ihr nicht bemerkte. Es ging einmal quer durch die Stadt und dann bogen die in eine Kleingartensiedlung ab. Dort parkte das Auto. Der Kleinbus hatte vor der Siedlung gehalten und die Kinder plus Väter stiegen davor ab und schlichen nun bis zum Auto. Die Frau war natürlich nicht mehr am Auto. Aber es hatte in der letzten Nacht ein wenig geschneit und so konnten die Kinder den Fußspuren der Frau folgen. Es ging eine ganze Weile durch die große Anlage. Schließlich endete die Spur vor einem Gartentor. Zunächst sahen sie sich einmal vorsichtig um. Im Garten konnten sie niemanden erblicken. Aber die Tür zu dem kleinen Häuschen auf dem Grundstück stand offen und waren deutlich Geräusche daraus zu hören. „Was sollen wir jetzt tun?“ fragte Nils. „Sie auf frischer Tat ertappen.“, grinste Benedikt. Die Kinder schlichen näher, dicht gefolgt von den Vätern. Jetzt waren sie ganz dicht am Gartenhaus. „Na, haben sie das Jesusbaby gefunden?“, sagte Henry ganz laut. Überrascht sah sich die Frau nun um. Ihre Augen wurden ganz groß. In den Händen hielt sie… das Jesusbaby. Jetzt ging alles ganz schnell. Henrys Papa rief die Polizei an. Nils Papa telefonierte inzwischen den Pfarrer und der Papa von Flora und Benedikt hielt die junge Frau fest, dass sie nicht flüchten konnte. Schnell waren Polizei und der Pfarrer da. Alle wurden samt dem Jesusbaby mit auf die Wache genommen und mussten ihre Aussage machen. Die Figur wurde dem überglücklichen Pfarrer übergeben. „Eines verstehe ich aber nicht.“, meinte dieser nun an die Frau gerichtet, „Warum haben sie nur diese eine Figur gestohlen und nicht die ganze Krippe mitgenommen?“ Die Frau antwortete unter Tränen: „Mein Opa hat dieselbe Krippe wie die Kirche. Letztes Jahr ist ihm leider die Figur von Jesusbaby zerbrochen und er war sehr traurig darüber. Da ich wusste, dass sie in ihrer Kirche dieselbe Krippe haben und mein Opa jetzt wieder so traurig beim Aufstellen der Krippe war, habe ich die Figur ohne groß nachzudenken gestohlen. Es tut mir sehr leid.“ Voller Mitleid sah der Pfarrer die junge Frau an: „Ich kenne da eine talentierte Töpferin, die kann ihnen – wenn alles wieder in Ordnung ist, sicher eine ähnliche Figur für ihren Großvater gestalten.“ In den Augen der jungen Frau keimte Hoffnung auf.

Am nächsten Tag – dem Heiligabend – saßen die vier Kinder mitsamt ihren Familien im Weihnachtsgottesdienst und bestaunten die nun wieder vollständige Krippe. Da hörten sie den Pfarrer sagen: „Wir haben es vier Kindern zu verdanken, dass unsere Krippe nun wieder vollständig ist – Flora, Benedikt, Henry und Nils. Kommt doch bitte mal nach vorn.“ Gespannt traten die Kinder vor. „Ihr vier habt mich wieder daran erinnert, dass wir vieles an der Weihnachtszeit genießen, aber das Weihnachten ohne Jesus wie eine Party ohne Geburtstagskind ist. DANKE für eure Hilfe!“ Alle Leute klatschten für die Vier und sie bekamen jeder eine Packung Lego plus ein Naschpaket überreicht. Froh feierten sie nun das Weihnachtsfest!

Und das wünschen wir euch auch: Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! Jesus ist geboren – das Geburtstagskind ist da!

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