Mitten im Raum stand eine große Kiste, rundherum lag etwas Stroh. „Das ist aber merkwürdig“, sagte der Pfarrer. „Diese Kiste habe ich gestern hier abgestellt, weil ich dann noch die Krippenfiguren durchschauen und ordnen wollte. Eine Figur brauche ich nämlich morgen für meine Predigt. Aber ich habe den Karton noch nicht geöffnet, nur erst mal hingestellt. Und jetzt ist der Deckel halb offen.“ Zunächst fotografierten Männer von der Spurensicherung den Karton von allen Seiten. Dann musste sich der Pfarrer Gummihandschuhe anziehen und durfte unter Aufsicht der Polizei die Kiste weiter untersuchen. Nach und nach stellte er eine Krippenfigur nach der anderen auf den Altar. Maria, Josef, die Hirten, Ochse und Esel und die Weisen – sogar ein Engel war zu sehen. Schön waren diese großen Figuren aus Ton.

Doch eine Figur fand er nicht. Na, könnt ihr erraten, welche das war?

„Mensch, das gibt es ja gar nicht. Das Baby Jesus fehlt.“, sagte der Pfarrer. Noch insgesamt zweimal wurde der ganze Karton sorgfältig durchsucht, einmal vom Pfarrer und einmal von einem Polizeibeamten. Doch das Jesusbaby war weg. Alle waren auf einmal ganz aufgeregt. Auch die Polizei redete davon, dass sie es noch nie erlebt hatten, dass jemand eine Kirche aufbrach um das Jesusbaby zu stehlen. „Was soll ich jetzt nur machen“, sagte der Pfarrer unsicher. „Morgen brauche ich ja nur Maria und Josef für die Predigt, aber zu Heiligabend braucht die Krippe doch auf jeden Fall wieder das Baby Jesus. Sonst macht das doch alles keinen Sinn. Wir können doch nicht den Geburtstag von Jesus feiern ohne das Geburtstagskind.“ „In diesem Fall kann ich ihnen leider nicht viel Hoffnung machen“, meinte der Polizist. „Oft sind solche gezielten Einbrüche gut vorbereitet und es wird schwer den Täter zu finden. Es ist überhaupt schon ein Wunder, dass die Kinder die Einbruchstelle so schnell gefunden haben. Der Täter hat damit gerechnet, dass heute am Samstag niemand in der Kirche ist. “ „Kein Wunder“, sagte Nils, „wir haben gebetet. Gott hat uns das dunkle Auto, das Stroh und die Einbruchstelle gezeigt. Er kann uns auch helfen das Jesusbaby wieder zu finden.“ Obwohl der Pfarrer richtig traurig aussah, blitzte in seinen Augen auch etwas Hoffnung auf. Er ging mit den Beamten mit, um alles zu Protokoll zu geben.

Und was machten die Kinder? Das erfahrt ihr morgen.